PETER KUBELKA

Filmemacher

Geboren am 23. März 1934 in Wien. Er studierte Filmregie in Wien und in Rom am Centro Sperimentale. 1956 Teilnahme an der Biennale Venedig. 1958 erster Entwurf für ein Idealkino. 1964 gründete er gemeinsam mit Peter Konlechner das Österreichische Filmmuseum. 1970 Mitbegründer der Anthology Film Archives in New York. Design des Invisible Cinema. 1976 Aufbau der Sammlung von Avantgardefilmen für das Centre Pompidou. 1978 wurde Kubelka Professor an der Kunstakademie in Frankfurt. Auf sein Betreiben wurde Kochen als Kunstgattung ins Curriculum der Städelschule aufgenommen. Seit 1995 Zyklus „Was ist Film“ im Österreichischen Filmmuseum. Umfangreiche Vortragsarbeit auf allen Kontinenten.

Filme (Auswahl)
1955 Mosaik im Vertrauen (mit Ferry Radax)
1957 Adebar
1958 Schwechater
1960 Arnulf Rainer
1966 Unsere Afrikareise
1977 Pause
1996-2003 Dichtung und Wahrheit

Ausstellungen (Auswahl)
1988 Musikstunde, Secession, Wien
1996 Austria im Rosennetz, Kunsthaus Zürich – Museum für angewandte Kunst, MAK, Wien; Palais des Beaux-Arts, Brüssel
1999 Time-Based-Art – Neue Zeitpraktiken der Medienkunst, Kunsthalle Krems
2004 International Festival of New Film and New Media, Split
2005 Touching, Westfälischer Kunstverein, Münster
2005 Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM, Karlsruhe
2005 L’ŒIL MOTEUR (Motorauge), MAMCS Strasbourg
2006 THAT’S NOT ENTERTAINMENT!, CCCB Barcelona
2006 The Expanded Eye, Kunsthaus Zürich
2008 Notation: Kalkül und Form in den Künsten, Akademie der Künste, Berlin

Literatur (Auswahl)
1995 „Was bedeutet Essen und Kochen für die Menschen?”
1995 „Peter Kubelka“, hrsg. von Gabriele Jutz und Peter Tscherkassy. PVS Verleger
2002 „Peter Kubelka: A Essencia do Cinema“, Carlos Adriano und Bernardo Vorobow. Edicoes Babushka, Sao Paulo.

Peter Kubelka ist ein Universalwissenschafter, der sich immer wieder an neue Bereiche heranwagt. Als Mitbegründer der Anthology Film Archives in New York, als „polemical filmmaker“ wird er bezeichnet, als einer der Begründer des Avantgardefilms und des metrischen Films.
Gleichzeitig setzte Ende der 60er Jahre eine „Entspezialisierung“ ein, die den Princeton-Professor P. Adams Sitney veranlasste, Kubelka einen „Philosophen der Sinne“ zu nennen.
Eines der prozessualen Ergebnisse war Kubelkas Entwicklung zum Theoretiker des Essens. Er hat das Kochen auf ein philosophisches Niveau gehoben. Er hat für „die innigste Beziehung, die wir je eingehen mit der Wirklichkeit“ folgende Zusammenfassung formuliert: „Das Kochen ist nicht nur ein bildender Prozess wie andere Künste, sondern beides: Unmittelbares Eingreifen in die Natur und künstlerisch bildender Prozess“.