OSWALD OBERHUBER

Maler/Bildhauer/Grafiker

Geboren am 1. Februar 1931 in Meran (Südtirol). Von 1945 bis 1949 besuchte er die Bundesgewerbeschule Innsbruck, Abteilung Bildhauerei. Erste abstrakte Zeichnungen und literarische Arbeiten. Erste Versuche, Texte als “Bildwert“ zu verwenden. Schrift- und Zeichenbilder ziehen sich durch sein gesamtes Oeuvre. 1949 begann er sich mit informeller Malerei zu beschäftigen und begründete die „informelle Plastik“, fertigte Materialbilder und “Gerümpelplastiken“. Ab 1950 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba und an der Staatlichen Akademie in Stuttgart bei Willi Baumeister. Mitte der 1950er wendet Oberhuber sich einer konsequenten gegenständlichen Figurenmalerei zu. 1956 verkündete er sein Manifest "Theorie der permanenten Veränderung in der Kunst", das die Ablehnung jeglicher Stilbildung postulierte. 1961 Mitglied des Kulturbeirates des Landes Tirol, Aufbau der "Modernen Galerie" im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. 1964 bis 1965 war er gemeinsam mit Hans Hollein, Walter Pichler und Gustav Peichl Redakteur bei der Architekturzeitung "Bau". Ende der 1960er beteiligte er sich an der Biennale in Tokio und gründete die "Oberhuber-Zeitung". Künstlerischer Berater der Galerie nächst St. Stephan, Wien, 1973 bis 1990 Leitung der Galerie.

Von 1969 bis 1973 war er Lehrbeauftragter bei Fritz Wotruba an der Akademie der bildenden Künste Wien. 1973 bis zu seiner Emeritierung 1998 Professor an der Hochschule (heute: Universität) für angewandte Kunst Wien, Rektor von 1979 bis 1987 und 1991 bis 1995. Er war maßgeblich beteiligt an der Einführung der Professur auf Zeit, an der Vorlage eines österreichischen Museumskonzeptes sowie an der Gründung der Studienrichtung für Visuelle Mediengestaltung. In seiner Zeit als Rektor gründete er die Kunstsammlung der Universität, deren größter Mäzen er auch war. 1986 und 1989 Professor für Malerei an der Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg.

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem war er 1972 österreichischer Vertreter bei der Biennale in Venedig (gemeinsam mit Hans Hollein), documenta 6 und 7 in Kassel. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Publikationen. 2013 gestaltete Oberhuber den "Eisernen Vorhang" in der Wiener Staatsoper.   

Auszeichnungen (Auswahl)
2016 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
2004 Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse
1999 Ehrenmitglied der Wiener Secession
1990 Österreichischer Staatspreis für Auslandskultur
1990 Tiroler Landespreis für Kunst
1982 Ehrenmitglied und 2004 Ehrensenator der Stuttgarter Akademie
1978 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst

Einzelausstellungen (Auswahl)
2016 Oswald Oberhuber, Eine Werkschau. Belvedere 21er Haus, Wien
2011 Josef Hoffmann – Oswald Oberhuber. Josef-Hoffmann-Museum, Brtnice
2010 Ein Sommer mit Oswald Oberhuber – Arbeiten aus 60 Jahren. Schloss Aichberg, Eichberg
2009 Die Leidenschaften des Prinzen Eugen. Unteres Belvedere, Wien
2006 Oswald Oberhuber. Neue Galerie Graz - Landesmuseum Joanneum
2006 Oswald Oberhuber, der ewige Prozess der Geburt. Secession, Wien
2006 Permanenz und Veränderung. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck
1999 Geschriebene Bilder. MAK-Museum für angewandte Kunst, Wien
1995 Möbelskulpturen. Neue Galerie Graz - Landesmuseum Joanneum
1993 Oswald Oberhuber. Museo de Bellas Artes, Bilbao
1991 Die Irritation in der Kunst. Historisches Museum der Stadt Wien
1989 Das Prinzip des Zufalls oder der Zufall als Prinzip. steirischer herbst ’89, Galerie Griess, Graz 1988 Oswald Oberhuber 1947-1986. Museum für Moderne Kunst, Bozen
1988 Oberhuber Sammlungen. 20er Haus, Wien
1987 Oberhuber im Oktober. MAK-Museum für angewandte Kunst, Wien
1987 Arbeiten auf Papier 1947-1986. Steinernes Haus am Römerberg, Frankfurter Kunstverein; Städtische Galerie, Erlangen; Kunstverein Ludwigsburg; Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck; Kulturhaus der Stadt Graz; Neue Galerie der Stadt Linz; Kunsthalle Wien
1984 Gent und Karl der Große. Museum van Hedendaagse Kunst (S.M.A.K.), Gent
1984 Arbeiten auf Papier 1948 - 1984. Albertina, Wien
1982 EINBLICKE. MAK-Museum für angewandte Kunst, Wien
1981 OSWALD OBERHUBER - 50 Jahre, Zeichnungen - Aquarelle - Tücher. Galerie Krinzinger, Innsbruck; Evangelische Akademie, Hamburg; Kulturzentrum bei den Minoriten, Galerie im Kulturstock zwo, Graz; Galerie Stampa, Basel; Palazzo dei Diamanti, Ferrara; Galerie nächst St. Stephan, Wien
1974 100 Zeichnungen. Galerie nächst St. Stephan, Wien
1973 Oswald Oberhuber. Kunsthalle Basel
1973 300 Zeichnungen. Neue Galerie Graz - Landesmuseum Joanneum
1972 Retrospektive 1965 bis 1971. Galerie nächst St. Stephan, Wien
1971 Gefühle - Oberhuber malt seine Ausstellung. Neue Galerie Graz - Landesmuseum Joanneum

Bibliografie (Auswahl)
2014 Ettl, Stephan (Hrsg.): OSWALD OBERHUBER HOCH3. Werke/Works 1945-2012.: Skulpturen - Plastiken - Objekte - Verformungen - Assemblagen - Möbel - Mode – Raumkonzepte. Wien: Ambra
2009 Ettl, Stephan (Hrsg.): Plakate, Plakate, Plakate - Werkverzeichnis = Posters, posters, posters. Wien, New York: Springer
2006 Ettl, Stephan (Hrsg.): Oswald Oberhuber – Kunsterfindungen. Basel: Birkhäuser

Oswald Oberhuber gilt als eine der zentralen Persönlichkeiten der österreichischen Kunst nach 1945. Sein Werk steht für die permanente Veränderung und damit für den radikalen Bruch mit der Idee eines einheitlichen, stilistisch durchgängigen Œuvres – er ist, wenn man so will, ein postmoderner Künstler avant la lettre. „Man sollte keinen Stil entwickeln, eigentlich soll jedes Bild neu sein. Du bekommst irgendwann eine Routine und weißt, wie es wird. Sobald ich die gespürt habe, ist mir langweilig geworden.“ (Oswald Oberhuber)