FERRAN ADRIA ACOSTA

 

­Geboren am 14. Mai 1962 in L’Hospitalet de Llobregat, Barcelona, Spanien. Er beschloss 1980, sein Studium der Betriebswirtschaftslehre vorzeitig zu beenden. Um einen Urlaub auf Ibiza zu finanzieren, nahm er eine Stelle als Tellerwäscher im kleinen Hotel Playafels de Castelldefels an. Der Küchenchef, ein Freund seines Vaters, führte ihn in die klassische Küche ein. Auf Ibiza arbeitete er vier Monate im Club Cala Leña. Nach Barcelona zurückgekehrt, nahm er Jobs in verschiedenen Restaurants an. Mitte 1982 bis 1983 Militärdienst in Cartagena, wo er erste kulinarische Erfolge bei Kameraden und Vorgesetzten feierte. 1984 begann er im Restaurant elBulli, nahe der Stadt Roses an der Costa Brava, zu arbeiten. Dort lernt er Juli Soler kennen, der ihm ob seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten nach kurzer Zeit die Position eines Küchenchefs anbot. Fortan galt sein ganzer Ehrgeiz dem Ziel, aus dem elBulli etwas ganz Besonderes zu machen. 1993 publizierte Ferran Adrià sein erstes Buch El sabor del Mediterráneo, dass seine Interpretation der mediterranen Küche von 1986 bis 1993 widerspiegelte. Im Laufe der Jahre veröffentlichte er über 30 Bücher. Das Jahr 1994 brachte einen entscheidenden Wendepunkt: Man intensivierte die Experimentalphase und verwendete neue Techniken, um eine „Cocina Evolutiva“, eine evolutionäre Küche, zu kreieren. Unterstützt von 60 Mitarbeitern, darunter 30 Köchen, zelebrierte Ferran Adrià für jeweils 50 Gäste pro Abend jene Küche, die ihm und dem elBulli weltweite Aufmerksamkeit einbringen sollten. 1997 folgte das Projekt „elBullitaller“. Dieser Think-Tank hatte die konkrete Aufgabe, über das Küchengeschehen hinaus Ideen und Techniken zu entwickeln, welche einerseits die kulinarischen Möglichkeiten erweitern und andererseits den Nachwuchs auf die Kochkunst des nächsten Jahrtausends vorbereiten sollten. Das Jahr 1997 brachte elBulli den dritten Michelin-Stern. Das Restaurant elBulli, das er gemeinsam mit Juli Soler leitete, schloss 2011 seine Pforten und wurde in eine Stiftung (elBullifoundation) umgewandelt. Im Februar 2020 plant Adrià das elBulli wieder zu eröffnen, als Ausstellungsraum und Labor der Extraklasse unter dem Namen „elBulli 1846“.

Ferran Adrià wurden zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil, unter anderem 2010 eine Gastprofessur in Harvard, zahlreiche Ehrendoktorwürden, darunter 2007 an der Universität von Barcelona, 2008 Universität von Aberdeen, 2010 Polytechnische Universität von València. Effizienz, Effektivität und kreative Langlebigkeit des elBulli-Modells erregten die Aufmerksamkeit verschiedener Business Schools, die sich der Erforschung und Erstellung von Fallstudien von Ferran Adrià und elBulli gewidmet haben, unter anderem Columbia, Harvard, ESADE Business School, IESE, Berkeley oder die London Business School.

Auszeichnungen (Auswahl)
2009 Gran-Cruz de la Orden del Mérito Civil
2002, 2006, 2007, 2008 und 2009: „Bestes Restaurant der Welt“
2007 European Merit Gold Medal
2007 documenta 12, Kassel
2006 Lucky Strike Designer Award
2005 Internationaler Eckart Witzigmann Preis
1997 Dritter Michelin-Stern für sein Restaurant „elBulli“
1996 Clé d’Or de la Gastronomie, Gault-Millau
1994 Grand Prix de L’Art de la Cuisine

Ausstellungen (Auswahl)
2016/2017 Sapiens: Understand to create. elBullifoundation, Barcelona
2016 Ferran Adrià: The Invention of Food. Dalí Museum, St. Petersburg/Florida
2014/2016 Ferran Adrià: Notes on Creativity. Arco Madrid; Drawing Center, New York; Museum of Contemporary Art, Cleveland, Ohio; Minneapolis Institute of Art; Marres, House for Contemporary Culture, Maastricht. Ausgestellt sind Ferran Adriàs Zeichnungen und Anmerkungen, sie beschreiben den gastronomischen Prozess und spiegeln die Entwicklung der Küche vom „Urknall“ bis in die Gegenwart grafisch wider.
2014 Palau Robert, Barcelona. Architektonisches und konzeptionelles Projekt der elBullifoundation
2014 Ferran Adrià. Auditing the Creative Process. Espacio Fundación Telefónica, Madrid. Ausstellung tourte noch für zwei Jahre nach Lima, Sao Paulo, Berlin und Buenos Aires
2012/2013 Ferran Adrià & elBulli: Risk, Freedom & Creativity. Palau Robert, Barcelona; Somerset House, London (“elBulli; Ferran Adrià and The Art of Food”); Museum of Science (MoS), Boston (“Innovation in the Art of Food: Chef Ferran Adrià”)
2007 documenta 12, Kassel

Filmografie (Auswahl)
2010 Wetzel, Gereon (Regie): El Bulli – Cooking in Progress. Dokumentation
2006 Bourdain, Anthony (Regie): Decoding Ferran Adrià. Dokumentation
2004 Quante, Stefan (Regie): Küche von einem anderen Stern. Dokumentation

Bibliografie (Auswahl)
2016 Adrià, Ferran: Te cuento en la cocina. Barcelona, Madrid: Penguin Random House
2014 Adrià, Ferran; Adrià, Albert; Soler, Juli: elBulli 2005 –2011. London: Phaidon
2011 Adrià, Ferran; Fuster, Valentin; Corbella, Josep: La cocina de la salud. Madrid: Grupo Planeta
2011 Adrià, Ferran; elBullirestaurante team: The Family Meal. London: Phaidon
2009 Adrià, Ferran; Adrià, Albert; Soler, Juli: A Day at elBulli. London: Phaidon
2006 Fundación Alicia; elBullitaller: Léxico científico gastronómico. Madrid: Grupo Planeta
2005 Adrià, Ferran; Adrià, Albert; Soler, Juli: elBulli 2003-2004. elBullibooks
2002 Adrià, Ferran; Adrià, Albert; Soler, Juli: elBulli 1998-2002. elBullibooks
1998 Adrià, Ferran: Los secretos del el bulli - recetas, tecnicas y reflexiones. Barcelona:
Ediciones Altaya
1993 Adrià, Ferran; Soler, Juli: El sabor del Mediterráneo. Antártida

 

https://elbullifoundation.com