ELFIE SEMOTAN

Fotografin

Geboren am 25. Juli 1941 in Wels. Sie absolvierte 1960 die Modeschule Hetzendorf und arbeitete danach sieben Jahre als Model in Paris. 1967 kehrte sie nach Wien zurück und begann als Fotografin zu arbeiten. 

Elfie Semotan prägte die österreichische Modefotografie mit ihren Plakaten für „Palmers“ entscheidend mit, erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre Kampagnen und zwei österreichische Staatspreise. Ab 1985 fotografierte sie für internationale Magazine wie Vogue, Esquire, Elle, Marie Claire, Harper’s Bazaar sowie Reisedokumentationen und Künstlerportraits. In den letzten Jahren fanden vermehrt Ausstellungen mit Fotografien von Elfie Semotan statt.

Elfie Semotan sorgte bereits Ende der 1970er Jahre in Österreich für Aufsehen: Sie schoss die Fotos für die viel diskutierte Palmers-Plakatserie „Trau dich doch". Seitdem gehört sie zu den Topfotografen der Modebranche, fotografiert für Magazine wie Vogue oder Harper's Bazaar und illustriert. Seit 20 Jahren arbeitet sie mit dem Modeschöpfer Helmut Lang zusammen.

Elfie Semotan ist nicht eine Modefotografin im klassischen Sinne. Die wichtigsten Elemente ihrer Arbeiten sind Menschen und Stimmungen, die Mode stellt nur eine Ergänzung dar. Ihre Fotos werden durch den Einsatz von Stylingelementen um eine weitere Dimension erweitert. Ihre individuelle Formfindung und ihr Crossover zu Inhalten der Kunstgeschichte, wie auch der durch ihr Umfeld garantierte Diskurs mit zeitgenössischer Kunst, prägen ihre Arbeit. Vielfach wird die Mode in ihre fotografischen Inszenierungen integriert, selten wird sie zum Hauptfokus des Bildes. Ihre Modefotografien sind durchdacht komponiert, schrecken vor Artifizialität nicht zurück und deklinieren eine ganze Latte von stereotypen Frauenbildern durch: vom bösen Mädchen, der unbewegliche Puppe, der vollbusige Sekretärin, über die augenverdrehende Femme Fatale bis hin zur reinen Schönheit.

Das Portrait bildet einen von vielen thematischen Schwerpunkten in Semotans Œuvre. In ihren Arbeiten fotografiert sie bewusst „Celebrities“ aus Film und Mode und Portraits von Künstlern und so genannten „normalen“ Leuten. Das Portrait ist stets eine Herausforderung für den Künstler und steht heute vor allem im Spannungsfeld der Fragestellung nach Authentizität, Individualität und ihrer Manipulierbarkeit.

„Jeder, der posiert, zeigt eigentlich das Bild von sich, das er in seinem eigenen Spiegel sieht, dass entspricht jedoch nicht immer dem, was andere über die Person wahrnehmen. Ich versuche diese Haltung aufzubrechen. Dass gerade in der Modebranche immer mehr auf austauschbare Gesichter gesetzt wird, macht es nicht leichter.“ (Elfie Semotan)

Bei Elfie Semotan sind die Grenzen zwischen Werbefotografie und künstlerischer Fotografie fließend. „Ich versuche die Haltung, wie auch die Inszenierung des Fotos aus der persönlichen Auseinandersetzung mit den Personen zu gewinnen, egal ob es sich um Menschen von der Straße, Models oder bekannte Künstler handelt.“ Allzu stereotype Posen werden dabei vermieden, sie arbeitet mit Stimmungen, welche die Personen in sich tragen, um das Essentielle einzufangen. Kommunikation und offene Auseinandersetzung mit dem Gegenüber sind daher für Elfie Semotan immer Voraussetzung.